Museumstreffpunkt: Vergangene Veranstaltungen


Der Museumstreffpunkt Aham wurde kürzlich zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Kindergeburtstags: 15 Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren tauchten gemeinsam in die Welt der Spuren der Vergangenheit ein und verwandelten das Museum für einen Abend in einen lebendigen Lern‑ und Erlebnisraum. Unter dem Motto „Ahams Boden erzählt Geschichte(n)“ stand die Frage im Mittelpunkt, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Programm zog: Was bleibt von uns?

Nach einer herzlichen Begrüßung im Obergeschoss des Museums startete die Gruppe mit einem gemeinsamen Essen. Der erste thematische Impuls drehte sich um Alltagsgegenstände der Kinder. Schnell wurde klar: Auch moderne Dinge können zu zukünftigen Funden werden. Dieser spielerische Einstieg öffnete den Blick für die Leitfrage und bereitete die Gruppe auf die Erkundung der Ausstellungsräume vor.

In kleinen Teams erkundeten die Kinder die drei Ausstellungsräume – jede Gruppe mit einer eigenen Rolle:

  • Spurenleser*innen — sie suchten nach Hinweisen auf vergangenes Leben
  • Umweltforscher*innen — sie untersuchten Materialien und Naturbezüge
  • Nahrungsexpert*innen — sie verglichen frühere und heutige Ernährungsweisen
  • Archäolog*innen — sie analysierten Fundstücke und deren Bedeutung
  • Materialgelehrte — sie prüften Beständigkeit und Vergänglichkeit

Die Rollen halfen, die Ausstellung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. In der anschließenden Auswertungsrunde stellten die Gruppen ihre Ergebnisse vor. Gemeinsam mit der Museumspädagogin wurden zentrale Erkenntnisse herausgearbeitet:
Menschen hinterlassen Spuren. Diese Spuren erzählen Geschichten. Und vieles, was wir heute wegwerfen, könnte morgen ein archäologischer Schatz sein.

Ein Höhepunkt des Abends war die Gestaltung eines großen Gemeinschaftsbildes für das Geburtstagskind. Aus wiederverwertbaren Materialien – vom Museum gesammelt – entstand ein farbenfroher Schattenriss, der die Leitfrage des Abends künstlerisch aufgriff. Ein kreativer Moment, der Teamgeist und Fantasie sichtbar machte.

Zum Ausklang ging es gemeinsam zur Feuerstelle der Gemeinde Aham. Dort wurde der Text „Der Acker, der sprechen konnte“ vorgelesen – ein ruhiger, poetischer Abschluss, der die Kinder noch einmal zur Reflexion anregte. Danach durfte der Abend einfach ausklingen: Feuer, Gespräche, Gemeinschaft.

Der Kindergeburtstag im Museumstreffpunkt Aham zeigte eindrucksvoll, wie Museumspädagogik junge Menschen begeistern kann. Die Mischung aus Forschen, Gestalten, Entdecken und gemeinsamem Erleben machte den Abend zu einem besonderen Ereignis – für das Geburtstagskind, für die Gäste und auch für das Museumsteam.


Wenn es draußen langsam dunkel wird, beginnt im Museum eine Reise in eine längst vergangene Welt: in die Zeit der Jäger und Sammler. Ein Abend voller Geheimnisse, Mutproben – und kniffliger Rätsel erwartet euch!

Gemeinsam tauchen wir ein in den Mitrate-Krimi „Das Orakel des Schamanen“:

In der Sippe der Rentierleute geschehen seltsame Dinge: Vorräte verschwinden, die Jagd bleibt erfolglos – und plötzlich sorgt ein unheimliches „Geisterwesen“ für Angst und Schrecken. Sogar die heilige Höhle ist nicht mehr sicher.
Aya, Toki und Lur lassen sich davon nicht einschüchtern. Sie beginnen zu ermitteln – und geraten dabei selbst in große Gefahr…



Was wir gemacht haben

  • Farbe aus der Erde
    • Bemalen von Stirnbändern aus Leinen mit Naturpigmenten
      (Ocker, Umbra, Siena)
    • Bemalung von Masken mit einfachen Motiven
      (Tiere, Hände, Spiralen)
    • optional: Bemalung von Händen oder Unterarmen
  • Schmuck herstellen
    • Ketten aus Naturmaterial
    • ruhiges Fädeln, Gestalten, Kombinieren
  • Nachdenken & Erzählen
    • „Warum haben Menschen sich Masken gemacht?“
    • „Wann fühlen wir uns stark oder geschützt?“
  • Zeigen & Teilen
    • Gestaltung einer kleinen Symbolwand als Hintergrund für Erinnerungsfotos
    • Zum Abschluss (freiwillig): eine kleine Modenschau durch den Raum

Warum Menschen sich schmücken

Seit es Menschen gibt, schmücken sie sich.
Nicht nur zu Festen, nicht nur im Fasching, sondern immer dann, wenn etwas wichtig ist.

Manchmal schmücken Menschen ihren Körper,
manchmal ihr Gesicht,
manchmal ihre Hände oder ihre Haare.
Und manchmal schmücken sie ihre Häuser – mit Farben, Mustern, Zeichen.

Die Farben kommen oft aus der Erde.
Aus rotem Stein.
Aus gelber Erde.
Aus schwarzer Asche.
Aus weißem Kalk.

Diese Farben erzählen Geschichten.
Sie sagen: Ich gehöre dazu.
Oder: Heute bin ich jemand anderes.
Oder: Heute ist ein besonderer Tag.

In manchen Gegenden malen Menschen Linien ins Gesicht,
damit man sie erkennt.
In anderen malen sie Punkte oder Kreise,
die an Sonne, Regen oder Tiere erinnern.
Manche Muster schützen.
Andere machen Mut.
Wieder andere sind einfach schön.

Auch Häuser werden geschmückt.
Mit Zeichen an Türen.
Mit Farben an Wänden.
Mit Mustern über Fenstern.
Damit jeder sieht:
Hier lebt jemand.
Hier ist ein Zuhause.

Schon vor sehr langer Zeit,
lange bevor es Spiegel oder Kleidung wie heute gab,
haben Menschen ihre Körper bemalt.
Nicht laut.
Nicht schnell.
Sondern ruhig und mit Bedacht.

Vielleicht haben sie sich dabei angesehen.
Vielleicht haben sie einander geholfen.
Vielleicht haben sie gelacht.
Vielleicht waren sie ganz still.

Und vielleicht war das Schmücken selbst schon ein Fest.

Heute machen wir etwas Ähnliches.
Wir benutzen Farben aus der Erde.
Wir gestalten Zeichen.
Wir probieren aus, wie es sich anfühlt,
ein kleines bisschen anders auszusehen.

Nicht um jemand anderes zu sein.
Sondern um zu zeigen:
Ich bin da.




Der Museumstreffpunkt Aham bot die Suche nach archäologischen Artefakten für Neugierige aller Altersgruppen an.

Wo haben unsere Vorfahren, die ersten Bauern Niederbayerns gelebt? Wir erkundigten gemeinsam einen Platz, an dem nachweislich vor ca. 7.500 Jahren bereits Menschen gelebt und Getreide angebaut haben. Was mochten sie an diesem Ort? Was verbindet uns heute mit ihnen? Wir konnten selbst Entdeckungen machen, die wir dann dokumentierten und dem Landesamt für Denkmalpflege vorlegten.


Wie die Beute nach Hause bringen? Wie den Vorrat vor Mäusen sicher aufhängen? Diese Fragen beschäftigten schon die Menschen in der Steinzeit. Seile und Schnüre konnten hilfreich sein. Wir lernten an diesem Nachmittag, sie von Hand zu machen aus verschiedenen Fasern, wie Brennnessel und Bast. Die Weiterverarbeitung als Kette oder Schnürgurt konnten wir ebenfalls ausprobieren.


Am 12.09.2025 wurde der fertig gestellte Museumstreffpunkt feierlich eröffnet. Am darauf folgenden Eröffnungswochenende kamen zahlreiche kleine und große Besucher, um das neue Kulturangebot in Aham zu entdecken und zu erleben.

Geöffnet ist künftig jeden zweiten Sonntag im Monat von 14-16:30 Uhr sowie jederzeit nach Vereinbarung (Kontakt: aniko.reintke[at]treffpunkt-aham.de, 015168148830).


Am 13.08.2025 fand unter dem Motto „Steinzeit in Aham erleben“ unser Ferienprogramm statt. Zu Beginn zeigte der experimentelle Archäologe Lothar Breinl eine Diashow, um den Kindern die Theorie etwas näher zu bringen. Danach ging es voller Tatendrang nach draußen und die Kinder durften „Tonen“, Signalholz basteln und bemalen, Muscheln abschleifen und Ketten machen. Die Kinder hatten sichtlich Spaß und waren sehr interessiert. Für Groß und Klein ein voller Erfolg



Am Sonntag, den 18.05.25, dem Internationalen Museumstag, öffnete sich der Museumstreffpunkt für alle, die sich den bisherigen Fortschritt ansehen wollten. Von 14 Uhr bis 17 Uhr war bei freiem Eintritt geöffnet.



Am 09. April 2025 um 19 Uhr lud der Verein Treffpunkt e.V. in die sich noch in der Gestaltungsphase befindlichen Räume des Museumstreffpunkts in der Hauptstraße 9 zu einem sehr persönlichen Erzählabend ein.

Die Arbeit des Ahamer Museumstreffpunkts soll durch die Reihe „Gschicht und Gschicht’n“ das archäologische Ausstellungsangebot ergänzen. In dieser ersten Begleitveranstaltung des Museums galt die Aufmerksamkeit ganz der Lebensgeschichte einer 86-jährigen Dame.

Gschicht und Gschicht’n 04/2025
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